„RAKU“
ist ein Begriff aus der Teezeremonie des Zen-Buddhismus‘.
Er bezeichnet seine im „Raku-Verfahren“ hergestellten Utensilien und – „RAKU“ ist ebenfalls eine besondere Art der Meditation: die stille Wahrnehmung der Natur mit allen Sinnen, das Sehen, das Fühlen, das Beobachten.

Es geht also nicht ums Tee trinken, sondern um die meditative Ruhe, um die Reinheit, die Harmonie miteinander und mit den Dingen; und Respekt voreinander und Respekt vor den Utensilien . . .
. . . deshalb wird der Gast sich tief verneigen und seine Ellbogen auf den Oberschenkeln aufsetzen, um möglichst tief genug gebeugt die Schale in den Händen, unmittelbar (wenige Zentimeter) vom Boden entfernt, das empfindliche Stück betrachten zu können.
Der Gastgeber hingegen sitzt in aufrechter Haltung, auch wenn er die Raku in seine Hände nimmt – schließlich gehoert ihm ja dieses kostbare Geschöpf.

Der Ton wird bei sehr niedrigen Temperaturen gebrannt und während des gesamten Brennvorgangs frei Hand mit einer Zange in der Glut gehalten.
RAKU ist „wabi-sabi“- erdverbunden.
Trotz des dicken Materials ungewöhnlich leicht, dabei rauh und warm in der Hand.
Der kompliziert aufgearbeitete Ton ergibt sich in die sensiblen Hände eines Raku-Künstlers und nimmt beim Formen sein Gespür, seine Sinne und seine Gedanken auf. All jenes fließt in dieses eine unverwechselbare Stück mit ein.
Raku-Glasur ist aufgeschmolzenes Glas. Durch abruptes Abkühlen bekommt die Glasur ihre typischen Risse in der Oberfläche. Kenner schätzen dies hoch, ebenso den matten Klang.

Bitte bedenken Sie vor dem Kauf eines Raku-Unikats, dass dieses etwas sehr Besonderes ist und behandeln Sie es dementsprechend mit Respekt.
Umfangen Sie die Schalen immer sanft mit beiden Händen beim Hantieren.
Heben Sie sie mit einem Tuch umhüllt aus dem Aufbewahrungskasten herausheben und ebenso wieder in diesen hinein.
Wenn Sie eine Raku zu würdigen und zu behandeln wissen, halten Sie damit bei Ihrer nächsten Tee-Zeremonie ein Stück ZEN in Ihren Händen, wie es ur-japanischer nicht sein kann.